Gewaltprävention
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- Veröffentlicht am Dienstag, 14 Juni 2011 20:23
I. Ziele der Gewaltprävention
Förderung der Persönlichkeit und Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, um Konflikte gewaltfrei und kompetent lösen zu können
II. Bestehende gewaltpräventive Maßnahmen an unserer Schule
1. Unsere neue Hausordnung
Sie wurde in Zusammenarbeit von Lehrern, Eltern und Schülern gemeinsam entwickelt.
2. StreitschlichterInnen-Ausbildung und Aufgaben
SchülerInnen des 5. Jahrgangs werden zu Streitschlichterinnen und Streitschlichtern ausgebildet. Das Training wird als AG angeboten und findet wöchentlich statt.
Zwei Schülerinnen und zwei Schüler pro Klasse nehmen an der AG teil. Nach Abschluss der Ausbildung sind sie in der Lage, die Konflikte ihrer MitschülerInnen bis zum Ende des 1. Halbjahres der Klasse 7 zu schlichten.
Dann übernehmen drei andere SchülerInnen pro Klasse die Aufgaben der Streitschlichtung. Diese SchülerInnen absolvieren das Training im 1. Halbjahr der Klasse 7.
(Ansprechpartnerin: Frau Smolka)
3. Patenschaften für alle 5. Klassen
SchülerInnen der Mittelstufe unserer Schule übernehmen die Patenschaften für die 5. Klassen. Sie stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und erleichtern den Wechsel von der Grundschule zum Gymnasium.
4. Einrichtung eines Klassenrats
Der Klassenrat fördert die kommunikativen und sozialen Kompetenzen. Er kann in jeder Klasse der Unter- und Mittelstufe eingerichtet werden.
Einmal im Monat treffen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse zur Klassenratssitzung. Organisatorisches kann besprochen werden, Interessen und Erwartungen ausgetauscht, Konflikte besprochen und eigenverantwortlich gelöst werden. Die Aufgaben des Diskussionsleiters und Protokollanten werden von Schülern übernommen.
5. Coolness- Training für alle KlassensprecherInnen und deren Vertreter
Bei diesem Training setzen sich die KlassensprecherInnen der Sekundarstufe I und ihre VertreterInnen mit den Mechanismen von Mobbing auseinander. Sie werden ermutigt, zusammen mit Verbündeten dem Mobbing- Opfer zu helfen und für eine Deeskalation zu sorgen. Dieses Training wird von Herrn Krämer (Polizeipfarrer) durchgeführt.
Das Coolnesstraining fand im Schuljahr 2010/11 zum ersten Mal statt. Da es bei den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern auf eine sehr positive Resonanz stieß, wurde mit Herrn Krämer vereinbart, im nächsten Schuljahr dieses Coolnesstraining mit allen neu gewählten KlassensprecherInnen und deren Vertretern durchzuführen. Für diejenigen, die im nächsten Schuljahr als Klassensprecher wieder gewählt werden, bietet Herr Krämer ein Deeskalationstraining an, in dem die Möglichkeiten der Prävention von Gewalt vertieft werden.
Coolness- und Deeskalationstraining werden im Schuljahr 2011/2012 nach den Osterferien durchgeführt.
(Ansprechpartnerin: Frau Smolka)
6. Sozialkompetenztraining
In der ersten Schulwoche unserer neuen 5. Klassen werden an den Klassenlehrertagen Übungen zur sozialen Kompetenz durchgeführt. Dabei steht das Kennenlernen der Schülerinnen und Schüler in der neuen Klasse und die Erarbeitung der Klassenregeln, die ein verantwortungsvolles Miteinander ermöglichen, im Mittelpunkt.
7. Preis(e) für Zivilcourage
Mit dem Preis für Zivilcourage werden Schüler und Schülerinnen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um ihre Mitschüler verdient gemacht haben.
Die geplante Zivilcourage-Aktion wird von einem katholischen Religions-Grundkurs der Jahrgangsstufe 11 durchgeführt. Der Kurs gestaltet in Zusammenarbeit mit der SV die vorausgehende Werbung, die Nominierung und die Preisverleihung (gegen Schuljahresende). Ziel ist es, das Thema "Zivilcourage" stärker ins Bewusstsein der Schulgemeinschaft zu rücken.
(Ansprechpartner: Herr Schrott)
8. AG Selbstbehauptung für Mädchen- AG Konflikttraining für Jungen
Die Schülerinnen des 6. Jahrgangs haben die Möglichkeit, an der AG "Wehr dich- Selbstbehauptung für Mädchen" teilzunehmen. Für die Jungen des Jahrgangs wird die
"Be COOL AG- Konflikttraining für Jungen" angeboten. Die AGs werden von Sicherheitstrainern der Akademie EDUCATE aus Wuppertal durchgeführt, die nach einem Konzept der Polizei NRW arbeiten. Die AGs sind kostenpflichtig. Bei finanziellem Unterstützungsbedarf können die Kosten reduziert oder erlassen werden. (Ansprechpartnerin: Frau Borgmeier)
9. Buddy- Prinzip
Bei besonderen Problemen eines Schülers kann ihm ein Pate bzw. ein Buddy an die Seite gestellt werden. Ein Buddy unterstützt den Betroffenen und stärkt ihn.
10. TIPP(S)
Mitarbeiterinnen der Jugendförderung der Stadt Hattingen und der Caritas-Suchtberatung bieten einmal im Monat eine Sprechstunde für Schüler, Lehrer und Eltern an. Sie beraten bei Problemen aller Art.
11. Erlebnispädagogik
Beim Klettern, Paddeln, bei Drachenbootrennen und Sportveranstaltungen an unserer Schule werden Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler gestärkt.
12. Kinder- und Jugendtheater
Wie entstehen Konflikte? Wie kann man Konflikten begegnen? Wie werden Konflikte ohne Gewalt gelöst? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt von Theaterstücken für Kinder und Jugendliche, die an unserer Schule aufgeführt werden.
Im März 2011 führte das Berliner Tourneetheater "Radiks" das Stück "Und dann kam Alex" in unserer Aula auf. Alle SchülerInnen des 9. Jahrgangs nahmen daran teil. Das Theaterstück handelte von Gewalt und Mobbing unter Jugendlichen. Nach der Aufführung fand ein Gespräch mit den Schauspielern statt. Im Deutschunterricht wurde das Stück vor- und nachbereitet.
Auch im Jugendtheater in Bochum, KiJuKuMa, können die Schüler in theaterpädagogischen Workshops Deeskalation und eine gewaltfreie Konfliktlösung üben.
(Ansprechpartnerin: Frau Smolka)
III. Geplante Maßnahmen zur Gewaltprävention
1. Deeskalationstraining
In einem 6-stündigen Kompaktkurs beschäftigen sich Jungen und Mädchen der 8. Klassen mit den Ursachen und Hintergründen von Gewaltsituationen. Im zweiten Schritt erlernen und üben die SchülerInnen deeskalierende Techniken zur angemessenen Reaktion in Gewaltsituationen.
Der Kurs wird nach dem "Villigster Gewalt-Deeskalationstraining" von Mitarbeiterinnen des Jugendamtes durchgeführt.
(Ansprechpartnerin: Frau Borgmeier)
2. Schulseelsorge
Eine erste Orientierung über bestehende Möglichkeiten und Handlungsfelder der Schulseelsorge wurde vorgenommen. Ins Auge gefasst wurden beispielsweise Themen wie Notfall-Seelsorge, seelsorgerliche Kurzgespräche, insgesamt die Förderung der Ansprechbarkeit von LehrerInnen durch SchülerInnen bei seelischen Nöten oder Konfliktsituationen.
(Ansprechpartnerin: Frau Beier)
3. Zusammenarbeit mit der SV
Ideen, Wünsche und Anregungen der SV sollen unser Konzept zur Gewaltprävention ergänzen.
Erste gemeinsame Treffen fanden statt und sollen intensiviert werden.
IV. Mobbing.
Was ist Mobbing?
Man spricht von Mobbing, wenn folgende Merkmale auftreten:
1. Ein Konflikt hat sich verfestigt.
2. Von zwei Konfliktparteien ist eine unterlegen.
3. Diese Person wird häufig und über eine längere Zeit angegriffen oder drangsaliert.
4. Diese Person hat kaum die Möglichkeit, sich aus eigener Kraft aus ihrer Situation zu befreien. (vgl. H. Kasper, Schülermobbing, AOL Verlag, 2006)
Mögliche Maßnahmen bei Mobbing
1. Die Antibullying- Strategie
Bei diesem Anti- Mobbing- Verfahren steht das Opfer im Mittelpunkt der Konfliktlösung, nicht der Täter. Opfer und Täter äußern sich schriftlich zum Vorfall. Eine Lehrerin/ ein Lehrer protokolliert die Gespräche mit Opfer und Täter. Die Eltern erhalten die Kopien der Berichte und beziehen schriftlich Stellung zum Vorfall und zur Art des Umgangs der Schule mit dem Konfliktfall.
2. Coolness-Training für Klassen (siehe oben)
3. Beratung und Mediation bei schwierigen Konflikten
Bei besonders schwierigen Konflikten zwischen Schülern, bei Mobbing sowie bei besonders belastenden Problemen zwischen Eltern und Kind bietet Frau Smolka Mediationsgespräche an. Außerdem werden entsprechende Kontaktmöglichkeiten mit außerschulischen therapeutischen oder sozialpädagogischen Einrichtungen aufgezeigt.
Was können Sie als Eltern tun, wenn Ihr Kind gemobbt wird?
- Lassen Sie sich erklären, was seit wann passiert ist und welche Personen beteiligt sind.
- Stärken Sie Ihr Kind dahingehend, dass es nicht an seiner Person liegt, wenn es gemobbt wird.
- Fragen Sie Ihr Kind nach Vertrauenspersonen, z.B. KlassenlehrerIn oder VertrauenslehrerIn an der Schule.
- Nehmen Sie Kontakt zu dieser Person auf oder ermutigen Sie Ihr Kind, selbst Kontakt aufzunehmen
- Fördern Sie Kontakte Ihres Kindes zu Gleichaltrigen.
- Erkundigen Sie sich ggf. nach Selbstbehauptungstrainings.
Was sollten Sie auf keinen Fall tun?
- Stellen Sie die beteiligten MitschülerInnen nicht selbst zur Rede.
- Sprechen Sie nicht mit den Eltern der beteiligten Mitschüler über die Vorkommnisse. Selten gelingt auf diesem Weg eine Klärung. Häufig enden solche Gespräche in gegenseitigen Schulzuweisungen.
Was können Sie tun, um Mobbing innerhalb der Klasse Ihres Kindes zu verhindern?
- Stärken Sie Ihr Kind dahingehend, sich nicht blindlings Meinungsführern in der Klasse anzuschließen.
- Erklären Sie Ihrem Kind die persönliche Verantwortung für das Mitmachen oder Zuschauen bei Mobbing in der Klasse.
- Stärken Sie die Empathiefähigkeit Ihres Kindes.
Georg Schrott, Judith Smolka